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Layout 1Neues Buch: Geerbtes Schweigen – Die Folgen der NS-“Euthanasie”

In vier Jahren Forschungstätigkeit im Rahmen des Vereins Erinnern Gailtal durften wir etliche Familien bei der Suche nach von den Nazis ermordeten Vorfahren und Familienmitgliedern begleiten und unterstützen. Längst nicht mehr nur in Kärnten, sondern auch in vielen anderen Bundesländern. Dabei wurde klar, dass speziell die Nachfahren von sogenannten “Euthanasie”-Opfern unter den traumatischen Gewalterfahrungen und dem unverarbeiteten und nicht betrauerten Verlust eines Vorfahren leiden. Manchmal waren es auch Angehörige, welche die Einlieferung in “Pflegeanstalten” erwirkten und wissentlich oder unwissentlich zu Mittätern wurden. Gerade in Österreich sind “Euthanasie”-Opfer und die Belastungen der Nachfahren bisher kaum im Fokus wissenschaftlicher Auseinandersetzung gestanden. Gleichzeitig ist es ebendiese Gruppe,welche von massiver Stigmatisierung betroffen ist. Das Buch “Geerbtes Schweigen” soll diese “Forschungsleerstelle” nun schließen.

In mehreren Familien wurden Interviews mit bis zu drei Generationen geführt um Folgen und Auswirkungen der NS-“Euthanasie” auf die Spur zu kommen. Transgenerationale Traumaübertragungen und Posttraumatische Belastungen konnten so ausgemacht werden. Und in allen Familien: Jahrzehnte langes Schweigen, das nicht folgenlos blieb. Im ausführlich bebilderten Buch werden deshalb auch Hilfsangebote und Perspektiven für Betroffenen und deren Angehörige beschrieben.

Interviewzitat: “Ich hab immer gesagt: ‘Papa, Mama, Warum!? Du musst das als Bereicherung sehen!’ Ich hab gesagt: ‘Du hast zehn Kinder, jedes von deinen Kindern hat einen Namen, du sprichst jedes Kind mit einem Namen an! Wenn jemand keinen Namen hat, dann hat es den ja nie gegeben. Das ist wie wenn der nie existiert hätte. Aber den Großonkel hat es gegeben. Er ist nicht irgendwer, er ist ein Teil unserer Familie! Deswegen muss das wichtig sein!'”

Es handelt sich beim Buch “Geerbtes Schweigen” um ein hochaktuelles Werk, in dem nicht nur über “Euthanasie”-Opfer bzw. deren Nachfahren gesprochen wird, sondern in dem diese auch endlich selbst zu Wort kommen. Ein Werk, dass für Betroffene und Angehörige ebenso interessant ist, wie für helfende Disziplinen wie die Soziale Arbeit und Fachdisziplinen wie Geschichte und Politikwissenschaft.

Es ist mir dabei eine große Ehre, dass ich das neue Buch im Pavillion V “Am Steinhof” in Wien vorstellen darf. Während der NS-Herrschaft wurden in Wiens Westen mindestens 800 Kinder “Am Spiegelgrund” Opfer der NS-“Euthanasie” im Pavillion V befindet sich deshalb eine Ausstellung mit dem Titel “Der Krieg gegen die Minderwertigen”. Diese Räumlichkeiten bieten den würdigen Rahmen für die Buchpremiere zu der ich euch alle herzlich einladen darf.

Weitere Informationen zum Buch findest du unter diesem Link: Geerbtes Schweigen

Einladung zur Buchvorstellung
Wann: Donnerstag 22. September 2016 um 19:00 Uhr
Wo: Am Steinhof – Pavillion V bei der Otto Wagner Kirche (Wien)


Ausgelöschte Namen

Unser Buch: Ausgelöschte Namen – Die Opfer des Nationalsozialismus im und aus dem Gailtal
Geben wir den Opfern des Nationalsozialismus ihre Namen und Würde zurück. 70 Jahre Schweigen sind genug.

Inhaltsverzeichnis ansehen: Hier klicken

Pressestimmen
* Buchrezension Ausgelöschte Namen
* Radio FM4: Erinnern Gailtal
* Die Presse: Politisches Buch: NS-Opfer als Tabuthema
* ORF-Kärnten: Neues Buch NS-Opfer im Gailtal
* Radio Ö1: Dimensionen – Die Welt der Wissenschaft
* Der Sonntag: Erinnern – 70 Jahre danach
* ORF-Volksgruppen Radio: Vrnili imena pozabljenim žrtvam
* Novice: Pozabljene žrtve si kličejo nazaj v spomin
* progress: Erinnern heißt auch handeln
* Kleine Zeitung: Buchpräsentation über Gailtaler Nazi-Opfer war ein Erfolg
* NRAbg. Dr. Harald Walser: “Im Gailtal gibt es eine bemerkenswerte Initiative”
* malmoe: “Gemeinsam die Opfer benennen – Gegen den Konsens”
* Kleine Zeitung: Zwölf Autoren erinnern an ausgelöschte Namen von Nazi-Opfern

Fast drei Jahre haben zwölf Autorinnen und Autoren am neuen Buch “Ausgelöschte Namen” gearbeitet. 200 teilweise erschütternde Biographien von NS-Opfern, unter ihnen Kleinkinder aber auch Greise, WiderstandskämpferInnen, Geistliche sowie Zeugen Jehovas, Kärntner SlowenInnen, Homosexuelle – um nur einige Opfergruppen zu nennen – im und aus dem Gailtal konnten so recherchiert und wissenschaftlich erarbeitet werden. 70 Jahre nach dem Untergang des NS-Regimes – im Gedenkjahr 2015 – wollen wir auch im Gailtal endlich die Namen jener aussprechen dürfen, die durch das NS-Regime ermordet wurden.

Die Autorinnen und Autoren des Buches sind: Wolfgang Haider, Gerti Malle, Alexander Verdnik, Theresia Wölbitsch, Martin Jank, Janina Koroschitz, Robert Lasser, Hans Haider, Peter Pirker, Vinzenz Jobst, Daniel Jamritsch und Bernhard Gitschtaler

Weitere Informationen zum Buch sind unter diesem Link nachzulesen:
Ausgelöschte Namen im Onlineverzeichnis des Otto-Müller Verlags.


“Das Gailtal unterm Hakenkreuz” Die 3. Auflage ist da!

Als vor mittlerweile über 75 Jahren – im März des Jahres 1938 – der „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland vollzogen wurde, ging auch das Gailtal in das „Dritte Reich“ über. Nicht nur am Wiener Heldenplatz wurde mit voller Euphorie und Hingabe der sogenannte „Anschluss“ und damit das Ende der Existenz Österreichs gefeiert, sondern auch in den entlegenen Tälern und Orten der nunmehrigen „Ostmark“ – somit auch in Hermagor und dem Gailtal. Die wissenschaftliche Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Gailtal war lange marginalisiert. Mit diesem umfangreichen Werk wollen die Autoren endlich einen umfassenden Einblick in die Strukturen des NS-Systems am Land ermöglichen. Dabei beginnt ihre Analyse nicht erst im Jahre 1938 sondern bereits Jahre davor. Sie zeichnen die Bedingungen des Aufstiegs der Nazis im Gailtal nach, analysieren die damaligen Machtverhältnisse, legen beispielgebende Täterprofile offen, analysieren den „Kampf um die Jugend“ sowie die Rolle der Schule im NS-System im Gailtal. Über all dem steht für die Autoren die Frage, warum es 70 Jahre dauerte, bis endlich eine Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Geschichte im Tal möglich wird.

Durch das in Bezug setzen und Kontextualisieren von politischen, wirtschaftlichen und personellen Entwicklungen in Kärnten, Österreich und Hitlerdeutschland zwischen 1933 – 45 und danach, erreicht das Werk eine Relevanz weit über das Tal hinaus. „Das Gailtal unterm Hakenkreuz“ zeigt, dass noch viel zu tun ist auf dem Gebiet der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Gerade in Österreichs ländlichen Gegenden, wo sich Täter und Opfer bis heute wohl besser kennen als irgendwo anders. Und wo trotzdem nicht geredet wird.

Kitab Verlag, 290 Seiten, Buch bestellen: Hier klicken
Buchrezension: Hier klicken


Unsere Projekte

* Einsatz für ein Denkmal in Erinnerung an die Gailtaler NS-Opfer in der Bezirkshauptstadt Hermagor
* Erforschung der Namen der Opfer und Biographien des NS-Regimes im und aus dem Gailtal.
* Erforschung des NS Herrschaftsapparates im Gailtal.
* Publikation der Forschungstätigkeit
* Stadtspaziergänge gegen das Vergessen in Hermagor & Begleitbroschüre.
* Organisation von Buchvorstellungen und anderen Veranstaltungen zur Thematik in ganz Österreich.
* Gailtaler Zeitgeschichte in Fotos auf unseren “Gailtaler Zeitbildern”. Anmeldung für den Gailtaler Zeitbilder Newsletter unter diesem Link: www.erinnern-gailtal.at/gailtalerzeitbilder


Über den Umweg der Erinnerung finden wir zu uns selbst.

Auf eben diesen Weg möchten wir uns begeben. Ziel des Vereins “Erinnern Gailtal” ist es dabei vor allem die Opfer des NS-Systems in und aus dem Gailtal zurück in die kollektive Erinnerung zu rufen. Wissenschaftliche Forschung bietet dabei die Grundlage unserer Arbeit, die wir in enger Kooperation mit dem Verein “Erinnern-Villach” unter Hans Haider durchführen dürfen. Ein Wissenschaftlicher Beirat steht dem Verein “Erinnern-Gailtal” dabei hilfreich zur Seite.

Opfer des NS-Systems gibt es im Gailtal viele. Etliche Menschen fielen dem NS-Rassenwahn, der NS-Justiz, der Widerstandsbekämpfung, der Euthanasie oder den Judenverfolgungen zum Opfer. Ihre Namen wollen wir ausfindig machen, ihre Geschichten thematisieren und damit ein Licht auf eine kaum beachtete und erforschte Zeit im Gailtal werfen. Wir möchten so Impulse geben, damit die NS-Opfer endlich auch Eingang in die kollektive Erinnerung finden. Langfristig setzen wir uns deshalb für die Errichtung eines würdigen Denkmals in der Bezirkshauptstadt Hermagor ein.

Auf der Seite erinnern-gailtal.at kann unser Forschungsprozesse verfolgt werden. Wir stellen aktuelle Texte und Beiträge öffentlich zur Verfügung, sowie Literaturtipps und Veranstaltungshinweise zum Thema.

Falls du Fragen, Anregungen oder Tipps hast, oder beim Verein “Erinnern-Gailtal” aktiv mitmachen möchtest, schreib uns an: info[at]erinnern-gailtal.at

Der Verein steht grundsätzlich allen offen, die sich mit der Arbeit, den Inhalten und den Zielen des Vereins identifizieren können.


Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats des Vereins “Erinnern-Gailtal” sind:

* O.Univ.-Prof. i.R. Dr. Peter Gstettner
* Mag. Hans Haider
* Mag.a. Dr.in Lisa Rettl
* Mag. Dr. Peter Pirker
* Mag.a Dr.in Nadja Danglmaier

Erinnern Gailtal ist ein Teil der österreichischen Organisation “Erinnern“: www.erinnern.at und des “Mauthausen Komitee Österreich“: www.mkoe.at

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung und freuen uns über die Zusammenarbeit!


Der Verein Erinnern Gailtal fühlt sich folgenden Punkten besonders verpflichtet

* Die nationalsozialistische Vergangenheit von Kärnten, insbesondere vom Gailtal und seiner Umgebung, wissenschaftlich zu erforschen und aufzuarbeiten.
* Wahrung und Weitertragen des Vermächtnisses aller von den Nationalsozialisten verfolgten und getöteten Menschen.
* Das Einsetzen für ein Denkmal der Opfer des Nationalsozialismus in der Bezirkshauptstadt Hermagor.
* Die Mitgestaltung und Mitarbeit bei der Etablierung einer Erinnerungskultur und Gedenkstättenpolitik im Gailtal und in Kärnten.
* Förderung sozialer und gesellschaftspolitischer Projekte zur Umsetzung einer würdigen Erinnerungskultur.
* Förderung und Unterstützung geschichts-, sozial- und politikwissenschaftlicher Forschungs- und Kulturprojekte in Kärnten, speziell im Gailtal.
* Förderung der Zusammenarbeit von deutsch-, slowenisch-, und italienischsprachiger Personen zur Überwindung sprachlicher u.a. Vorurteile mit besonderem Augenmerk auf junge Menschen.
* Zusammenarbeit des Vereins mit ähnlichen Vereinen und Schulen vor allem in der Region Kärnten, Slowenien und Oberitalien aber auch darüber hinaus.


Das Spendenkonto

Unsere Arbeit im Verein “Erinnern Gailtal” ist ehrenatmlich und basiert bisher großteils auf eigene Kosten. Trotzdem freuen wir uns, wenn wir Unterstützungen bekommen, um Fahrt-, Literatur-, Kopier- und Druckkosten bezahlen zu können. Wir freuen uns über jegliche Hilfe!

Kontoname: Erinnern-Gailtal
IBAN: AT442070604400974376
BIC: KSPKAT2KXXX
Kärntner Sparkasse