Gailtaler Zeitbilder

Ausgabe Nr. 06, 14.03.2015
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Liebe LeserInnen, 

in wenigen ist Frühlingsbeginn und exakt dann feiern wir das zweijährige Bestehen der Gailtaler Zeitbilder. 2013 gingen wir auf Facebook online, wo wir mittlerweile ein aufwändig gestaltetes Bildarchiv mit rund 500 Aufnahmen aus der Geschichte des Gailtals aufbauen konnten. Wir freuen uns sehr über den Zuspruch, Bild-Einsendungen und immer wieder eintreffende Hinweise zu interessanten Geschichten!

In diesem Newsletter gibt es rare Zeitbilder von Mitschig, Gailitz, Nötsch, Hermagor und Egg sowie ein Dokument des kärntner Landtages aus dem Jahre 1946, das sich kritisch mit der damaligen Wirtschaftspolitik des Gailtaler Großbetriebes Hasslacher auseinandersetzt.

Wir wünschen eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre!

PS: Unser zweijähriges Bestehen nehmen wir am 20. März zum Anlass, einen kleinen Sondernewsletter auszusenden. Der nächste planmäßige Newsletter erscheint dann wieder am 11. April.

 

GAILTALER ZEITBILDER

 

Mitschig, 1906

Das Schulgebäude in Mitschig wurde 1844 erbaut, der Unterricht begann am 1. April 1845. Die Schule wurde bis zur Auflassung des Schulstandortes Mitschig zumeist ein- und zweiklassig geführt. Diese Aufnahme zeigt die Volksschule Mitschig und das Gasthaus Guggenberger im Jahre 1906.

 

Schrotturm, Gailitz

Im Gailitzer Schrotturm - 1814 als erste Schrotfabrik der Monarchie erbaut - wurden bis Mitte der 1970er-Jahre Schrotkugeln hergestellt. Seine Hoch-Zeiten erlebte der Schrotturm an der Fuggerau in den Jahren der beiden Weltkriege. Die Arbeit der Gießer im Arnoldsteiner Schrotturm war gesellschaftlich hoch geachtet. Doch die Arbeit bei der BBU (Bleiberger Bergwerksunion) war schädlich und gefährlich, die meisten Arbeiter wurden dort keine 60 Jahre alt.

 

Nötsch, 1914

Diese alte Aufnahme zeigt Feistritz und Nötsch/Cajna. Der Name Nötsch leitet sich vom althochdeutschen Gewässernamen "Nezzach" ab, was so viel bedeutet wie der "überschwemmende Fluss". Auch die slowenische Bezeichnung Cajna bedeutet so viel wie "dunstiger Bach". Tatsächlich war das Gebiet rund um Nötsch in der Vergangenheit oft Überschwemmungen ausgesetzt, zuletzt 1963 und 1965.

 

Hermagor, um 1960

Diese alte Aufnahme zeigt die Schneerosenkirche in Hermagor, mit deren Bau 1924 begonnen wurde. 1926 wurde die Kirche eingeweiht. Finanziert wurde der Bau der evangelischen Kirche mit dem Versand von Schneerosen aus Hermagor in die ganze Welt - daher auch der Kirchenname. Maßgeblich verantwortlich für die Finanzierung zeigte sich Georg Essl senior (1861-1940). 1932 erhielt die Schneerosenkirche die zweitgrößte Glocke des Landes.

 

Hermagor, 1913

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich der Markt Hermagor in einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit, die jedoch ab 1809 durch die Franzosenherrschaft unterbrochen wurde. Hermagor wurde unter besetzt, das Gailtal war Teil der französischen Illyrischen Provinz, als Amtssprache wurde französisch eingeführt. Im September 1813 kam es schließlich zum Gefecht zwischen Österreichern und Franzosen im Gailtaler Raum, bei dem die Franzosen geschlagen wurden. Das Monument des Achterjägers in der Hermagorer Altstadt erinnert an den Sieg gegen die Franzosen und an die Wiedervereinigung Oberkärntens mit Österreich. Der "Achterjäger" ist ein Werk des österreichischen Bildhauers Josef Kassins und wurde im Jahr 1913 errichtet. Auf einer Seite des Denkmals findet sich auch eine Gedenkplatte mit dem Hinweis auf die Erinnerung an die französischen Gefallenen des Jahres 1813. Das Bild zeigt eine Feier beim "Achterjäger".

 

Egg/Brdo, um 1950

Diese Aufnahme aus den 1950ern zeigt den unteren Ortsteil von Egg/Brdo. Die slowenische Bezeichnung "Brdo" bedeutet "Hügel". Dieser ist auf diesem Bild auch wunderbar ersichtlich. Auf dem Hügel gelegen ist hier die Kirche, der Pfarrhof und das Schloss Khünegg.

 


 

GAILTALER ZEITGESCHICHTE

 

Dieser Antrag im kärntner Landtag aus dem Jahre 1946 dokumentiert die Verstrickungen des Gailtaler Holzbetriebs Hasslacher in die Wirtschaftspolitiken von Monarchie, Ständestaat und Nationalsozialismus. Die KPÖ Kärnten entschied sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, das "System Hasslacher" politisch aufzuklären und mit Agrarreformen umzugestalten. Vertreten wurde die KPÖ Kärnten im Landtag von Johann Kazianka, Josef Peskoller und Josef Tschofenig. Mehr Informationen zum "System Hasslacher" findest du im Kapitel "Jakob, Franz und Josef Haßlacher – Drei Brüder zwischen Dollfuß, Hitler und Entnazifizierung" im Buch "Das Gailtal unterm Hakenkreuz".



 

IMPRESSUM 

Gailtaler Zeitbilder, 2013-2016

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